Punktverlust oder -gewinn für die Erste?

Mit einem 4-4 Unentschieden endete das dritte Spiel der 1. Mannschaft des Schachclub  Rochade Emsdetten gegen die Reserve des SK Münster. In der Regionalliga haben die Emsdettener nun 4-2 Punkte auf ihrem Konto, während der vor der Saison als Konkurrent um den ersten Platz gehandelte SK Münster nur magere 1-5 Zähler aufweisen kann. Aber auch die Erste von Rochade Emsdetten kann mit dem bisherigen Verlauf der Saison und dem aktuell dritten Platz nicht zufrieden sein. Wie schon im Vorjahr ist das Team von zahlreichen Ausfällen der Stammspieler geplagt und wird so den Wiederaufstieg in die NRW-Klasse nicht schaffen.

Das Match gegen die Münsteraner begann mit einem Paukenschlag. Bereits nach 20 Minuten gewann Alexander Kabatianski am Spitzenbrett eine Figur und damit auch die Partie. Sein Gegner war in eine bekannte Eröffnungsfalle getappt, auf diesem Schachniveau eher ungewöhnlich. Aufgrund der frühen Führung nahm Mannschaftskapitän Achim Müller (Brett 4) nach nur 15 Zügen ein Remisangebots seines Gegners an.

Der Internationale Meister Alexander Kabatianski brachte Emsdetten früh in Führung.

In der vierten und fünften Spielstunde endeten weitere vier Partien mit einem Unentschieden zur knappen 3,5-2,5 Führung kurz nach der Zeitkontrolle. Zunächst einigte sich Thomas Lemli am sechsten Brett in einer ereignisarmen Partie mit seinem Gegner auf ein Remis, dann folgte Simon Hiller in total ausgeglichener Stellung an Brett 5.

Am dritten Brett hatte Leonhard Ortmeier in einer zweischneidigen Partie eine Mehrfigur, sah sich aber einem gefährlichen Angriff ausgesetzt. Durch umsichtige Verteidigung und Rückgabe der Figur gelang es ihm, den Angriff zu neutraliseren, das entstandene Endspiel bot aber keine Chance mehr auf einen vollen Punkt. Ersatzmann Simon Bilecen trotzte seinem nominell deutlich überlegenen Gegner am achten Brett das fünfte Remis des Mannschaftskampf ab.

Leider mussten die Emsdettener anschließend den Ausgleich zum 3,5-3,5 hinnehmen. Am zweiten Brett stand Holger Lehmann nach einer Ungenauigkeit im frühen Mittelspiel ständig unter Druck und musste seine Partie aufgeben. Alles hing nun vom Ausgang des Spiels von Ersatzmann Ansgar Teschler am siebten Brett ab. In einem sehr komplexen Endspiel war der Partieausgang lange Zeit unklar. Doch Ansgar Teschler behielt trotz der ungewöhnlichen Materialverteilung einen kühlen Kopf und sicherte Rochade Emsdetten mit seinem Remis nach sechs Spielstunden das Unentschieden.

Für die Spieler der Ersten beginnt nun das Rätselraten, ob dieses zweite Mannschaftsremis der Saison als Punktgewinn oder -verlust zu werten sei. Aufgrund der Neuorganisation der NRW-Ebene in der kommenden Saison steigt nur der Erstplatzierte aus der Regionalliga in die »alte« NRW-Klasse auf, also in die Liga, in der Rochade Emsdetten in den vergangenen drei Jahren vertreten war. Drei weitere Plätze berechtigen zum Aufstieg in eine dann darunter neugegründete Liga. Erklärtes Ziel der Emsdettener war eigentlich der 1. Platz. Auf der anderen Seite sind nach den personellen Sorgen in den bisherigen drei Mannschaftskämpfen 4-2 Punkte und der dritten Platz auch nicht selbstverständlich gewesen.

 

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