Rochades Erste spielt nur Remis und steigt ab

Um 17:30 Uhr, nach sechseinhalb Stunden Spielzeit, war der Abstieg der 1. Mannschaft des Schachclub Rochade Emsdetten aus der NRW-Klasse besiegelt. Die Emsdettener hatten im entscheidenden Duell in der letzten Runde bei der SG Niederkassel Chancen genug, konnten diese aber nicht nutzen. Alle acht Partien endeten mit einem Unentschieden. Rochade Emsdetten verblieb somit auf dem drittletzten Platz und muss nun den Gang zurück in die Regionalliga antreten.

Die erste Partie endete nach etwa drei Stunden. Simon Hiller hatte an Brett 2 mit den schwarzen Steinen Glück, dass sein Gegner einen groben Fehler im frühen Mittelspiel nicht konsequent ausnutzte, eine kleine Kombination übersah und in ein Remis einwilligte. Am sechsten Brett ließ Achim Müller, ebenfalls mit Schwarz spielend, gegen einen auf dem Papier wesentlich stärkeren Gegner nichts anbrennen und erreichte ein müheloses Remis noch vor der Zeitkontrolle.

Mit dem gleichen Ergebnis endete die Partie von Thomas Lemli am siebten Brett, der mit den weißen Steinen zwar die ganze Zeit einen akademischen Vorteil hatte, der jedoch für ein Spielen auf Gewinn nicht ausreichte.

Dann vergaben die Emsdettener kurz hintereinander die ersten beiden Elfmeter. Henk Paalman stand am fünften Brett nach der Eröffnung besser, übersah dann aber im entscheidenden Moment eine Kombination, die ihm gewinnbringenden Vorteil verschafft hätte. Auch Alexander Kabatianski konnte am Spitzenbrett einen im Mittelspiel erlangten Vorteil nicht ausnutzen, beide Partien endeten schließlich Remis zum Zwischenstand von 2,5-2,5.

Mona Lehmann mit einem gewonnenen Turmendspiel

Trotzdem war die Erste von Rochade Emsdetten zu diesem Zeitpukt noch guter Dinge. Ewoud de Groote stand am dritten Brett in einem Leichtfigurenendspiel etwas besser, die Stellung von Holger Lehmann an Brett 4 war völlig unklar, und Mona Lehmann, die kurzfristig am achten Brett eingesprungen war, stand in einem Turmendspiel klar auf Gewinn.

Leider konnte Ewoud de Groote seine Stellung nicht entscheidend verbessern und spielte nach etwa fünf Stunden Remis. Dreißig Minuten später wurde die vorletzte Partie durch den Schiedrichter beendet. Mona Lehmann hatte eine dreimalige Stellungswiederholung nicht bemerkt, und ihr Gegner reklamierte das Unentschieden.

Nun hing alles von der Partie am vierten Brett ab. Hier hatte Holger Lehmann zwischenzeitlich zwei Leichtfiguren für zwei Bauern, verlor aber eine nach einem groben Fehler. Nun deutete alles auf das berüchtigte Endspiel Turm + Läufer gegen Turm, das zwar theoretisch Remis ist, aber selbst in Großmeisterpartien praktische Gewinnchancen bietet. In der mittlerweile siebten Spielstunde übersah Holger Lehmann jedoch eine Abwicklung seines Gegners und musste sich mit dem unvermeidlichen Remis zum 4-4 Endergebnis abfinden.

Holger Lehmann spielte nach über sechs Stunden Remis.

Damit stand nach drei Jahren Zugehörigkeit in der NRW-Klasse der Abstieg fest. Ein Abstieg, der nicht nur aufgrund des letzten Spiels etwas unglücklich und vermeidbar war. Die Erste muss sich allerdings auch vorwerfen lassen, ihre Chancen im Laufe der Saison nicht konsequent genutzt zu haben. In zwei Mannschaftskämpfen spielte sie in Überzahl jeweils nur 4-4 Unentschieden, insgesamt fünf Unentschieden stand nur ein Sieg bei drei Niederlagen gegenüber. Und wie ein roter Faden zogen sich auch die personellen Probleme durch die ganze Saison, es fehlten immer mindestens zwei Stammspieler.

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