Rochade III im Vorwärtsgang

Am 6. Spieltag der Schach–Bezirksliga empfing der SC Rochade Emsdetten III die Reservemannschaft des SC Klein–Berlin Rheine, diese war immerhin ungeschlagen und Tabellenzweiter. Zudem musste Rochade erneut zwei Ersatzspieler einsetzen – die Favoritenrolle ging also klar an Rheine.

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Erfahrene Ersatzspieler können Gold wert sein: Reinhard Muhmann an Brett sieben musste sich zunächst eines aggressiven Königsangriffs inklusive Läuferopfer auf h7 erwehren, verteidigte sich jedoch exzellent und verwertete seine Mehrfigur routiniert im Endspiel. Auch der zweite Dettener Ersatzspieler konnte voll punkten. Christian Wienker setzte seinen Gegner mit verbundenen Freibauern unter Druck, eroberte erst das Läuferpaar und schließlich die Qualität (Turm gegen Leichtfigur) – diesen Vorteil ließ er sich nicht mehr nehmen. Technisch sauberes Spiel führte an Brett fünf zu deutlichem Vorteil für Adrian Deleré, doch leider wählte dieser eine schlechte Abwicklung in ein schwieriges Turmendspiel. Der zehnjährige kämpfte sich jedoch zurück und wehrte sämtliche Gewinnversuche des deutlich stärker bewerteten Rheinensers ab – Remis. Eine weitere Überraschung erreichte Jörg Siebald an Brett drei. Als Eröffnung wählte er eine etwas passive, aber äußerst solide Variante der französischen Verteidigung. Damit hielt er den weißen Angriff unter Kontrolle und konnte die Damen tauschen. Der Kampf verlagerte sich auf die positionellen Schwächen im weißen Lager, mit jedem Figurentausch verstärkte sich der schwarze Vorteil. Das resultierende Bauernendspiel war gewonnen – Zwischenstand 3,5:0,5 für Rochade.

Dann Rückschläge für die Heimmannschaft: Wouter Lardinois opferte am Spitzenbrett zunächst eine Qualität, später noch einen Springer, um einen Bauern zur Umwandlung zu führen. Als jedoch der Rheiner Spitzenspieler diesen Bauern aufhalten konnte, streckte Lardinois die Waffen. An Brett vier gab Erich Pfeiffer die Qualität, um den Druck seines Gegenspielers abzumildern. Obwohl er sprichwörtlich „bis zur letzten Patrone“ kämpfte, konnte er das Ende nur noch hinausschieben – Anschlusstreffer für Rheine zum 3,5:2,5 .

Den Siegtreffer für die Gastgeber erzielte Tobias Peters an Brett sechs. Konsequent übte er Druck auf die gegnerische Königsstellung aus, der Rheinenser verlor sein Rochaderecht und musste die Qualität geben. Das entstandene sehr anspruchsvolle Endspiel behandelte Peters mit großer Umsicht und konnte sich verdient als Matchwinner feiern lassen.

Mit dem 4,5:2,5 war „der Drops gelutscht“, die zwei Mannschaftspunkte eingefahren. Davon unbeeindruckt bekämpften sich an Brett zwei Thomas Hummel und der nominell stärkste Gastspieler mit allen Finessen. In einem Leichtfigurenendspiel kämpfte der Emsdettener mit Mehrbauer und zwei verbundenen gegen zwei weit vorgerückte Freibauern – beide lehnten zwischenzeitliche Remisangebote ab und versuchten, den vollen Punkt zu erzwingen. Aber auch hier tauschten sich die Angriffspotentiale ab und die letztlich verdiente Punkteteilung war perfekt, Endstand Rochade Emsdetten III gegen SC Klein–Berlin Rheine II: 5:3

Tabelle Bezirksliga

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